Dampfplauderer

Wie man es ja schon seit Jahren gewohnt ist, melden sich im AZ-Forum auch jetzt die üblichen Dampfplauderer mit ihrer heißen Luft. Besonders tut sich hier eine Dame vom Land hervor, welche den Tunnel als eine notwendige Sache für die Ost-West-Verbindung (sic!) sieht. Je nach Tageszeit und Laune ist sie mal dafür, dass die Anwohner am Graben sich mit einem höheren Verkehrsaufkommen abzufinden haben, mal gibt sie die Vorkämpferin für die Anwohner am Graben. Auf jeden Fall braucht sie aber den Tunnel, um vom Theater zum Königsplatz zu kommen. Die mangelnde Ortskenntnis und die sachliche Unkenntnis der Dame machen jede Debatte mit ihr zur reinen Zeitverschwendung.

Ein anderer User macht sich Sorgen um die Rechtmässigkeit der Informationskampagne der Stadt. Vielleicht liegt es ja daran, dass er fürchtet, künftig zum Brötchen holen Umwege fahren zu müssen, wenn der Tunnel bei einem Bürgerentscheid abgelehnt wird. Für ihn ist es durchaus zumutbar für Fahrgäste des ÖPNV, dass sie beim umsteigen von Tram oder Zug eben mal ungeschützt bei Wind und Wetter 200 Meter laufen müssen. Solche Äußerungen zeigen jedoch nur, wes Geistes Kind die Person tatsächlich ist. Auch hier ist es vergeudete Zeit, auf Beiträge dieser Person einzugehen. Zumal es ihm auch mehr um persönliche Verunglimpfungen gegenüber meiner Person geht, als um eine sachliche Diskussion. Austeilen möchte er schon gerne, nur bei den Nehmerqualitäten fehlt es ihm gewaltig.

Allerdings fällt im Gegensatz zu 2007 auf, dass wesentlich weniger Beiträge sich gegen den Umbau des Königsplatzes aussprechen. Die Mehrheit der Beiträge lehnt den Tunnel ab, einige User zeigen in ihren Beiträgen erfreulich viel Hintergrundwissen. Vor allem die geschönte Grafik der Tunnelbefürworter wird als negativ bewertet. Ebenso wird zu Recht bemängelt, dass von Seiten der Tunnelbefürworter so gut wie keine weiterführende Information angeboten wird, die Homepage ist mehr als dürftig! Bürgerengagement sieht meiner Meinung nach anders aus….

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Die Wahrheit über den Tunnel

Tunnelplan

Das Bürgerbegehren für den Tunnel hat mit einer Zeichnung um Stimmen für das Begehren geworben. Diese Zeichnung hatte nur einen Fehler: Sie stellte in keiner Weise die Realitäten am Königsplatz dar. Auf der Zeichnung der Tunnelfreunde beginnt der Tunnel erst nach der Katharinengasse, dem Bürger wird also das Märchen erzählt, er könne über die kurze Hermannstraße direkt in den Tunnel einfahren. Hätten die Tunnelbefürworter die Bürger sachlich informiert, dann wären vermutlich weit weniger Bürger bereit gewesen, ihre Unterschrift abzugeben.

Der Baureferent der Stadt Augsburg, Herr Merkle, hat mir freundlicherweise eine Zeichnung mit den tatsächlichen Gegebenheiten zur Verfügung gestellt. Diese Zeichnung steht am Beginn dieses Textes und steht auch als PDF-Datei zum download bereit. Wie man unschwer erkennen kann beginnt die Rampe des Tunnels bereits hinter der Hallstraße. Die Rampenlänge beträgt bei der Zeichnung der Tunnelbefürworter 120 Meter, aber laut Bayernviewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung beträgt die Strecke zwischen der Katharinengasse und dem Cafe Ihle 94 Meter!

Die Skizze der Stadt Augsburg zeigt also deutlich, wo die Rampe tatsächlich beginnt, und wo sie tatsächlich endet. Auf der Seite der Tunnelbefürworter liest man von der Staufalle Kaiserhofkreuzung. Bei einem Tunnelbau wäre diese Kreuzung tatsächlich eine Staufalle, denn alle Autofahrer aus Richtung Göggingen, Bahnhof oder Schaezlerstraße mit Zielrichtung Fuggerstraße/Stadttheater müssten bei der Hallstraße in einem engen U-Turn zum Tunnel einfahren. Bereits heute staut sich hier der Verkehr aber schon auf der Spur Richtung Hallstraße teilweise bis in die Schaezlerstraße hinein. Und am anderen Ende des Tunnels wäre eine Zufahrt in die Annagarage und in die Holbeinstraße ebenfalls nicht möglich!

Die Katharinengasse, das Bleigäßchen und die Zeuggasse wären von der Konrad-Adenauer-Allee her nicht mehr erreichbar, die dortigen Geschäfte praktisch abgeschnitten. Natürlich kann die Stadt das nicht zulassen, daher wird dann wohl eine Zufahrt in unmittelbarer Nähe der Wohnhäuser geschaffen. Dazu müssten die kleinen Vorgärten dort weichen, auch die Bäume müssen dann entfernt werden. Apropos Bäume: Auch hier verschweigen die Tunnelfreunde schamhaft jede Angabe zur Zahl der Bäume, welche bei einem Tunnelbau gefällt werden müssen.

Was die Tunnelfreunde ebenfalls verschweigen: Alleine die Verlegung der Sparten kostet mit Stand 2007 etwa 9,1 Millionen Euro und dauert etwa ein Jahr. Sparten sind Wasserrohre, Gasrohre, Abwasserrohre, Stromkabel, Telefonleitungen. Der Bau des Tunnels kostet etwa 10 Millionen Euro und dauert zirka zwei Jahre. Im Klartext bedeutet das, dass auf die Stadt Mehrkosten von etwa 20 Millionen Euro zukommen, für die es nicht einen Cent Zuschuss aus dem GVFG gibt! Und der Königsplatz ist drei Jahre lang Dauerbaustelle, der Verkehr muss sich andere Wege suchen! Ob das die Unterschriftsleister auch bedacht haben? Oder der Einzelhandelsverband?

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Das Projekt Augsburg City

Nach langer Zeit tut sich wieder etwas in Sachen Mobilitätsdrehscheibe. Die Stadt hat eine Werbekampagne für den Umbau des Königsplatzes gestartet, Grund ist das Bürgerbegehren für einen Tunnel am Königsplatz. Die Initiatoren dieses Begehrens haben mit einer geschönten Zeichnung um Unterschriften geworben, die Realität sieht allerdings etwas anders aus. Ich begrüße daher ausdrücklich diese Aktion, damit hat der Bürger die Möglichkeit, sich ein Bild vom Königsplatz nach dem Umbau zu machen. Meiner Meinung nach hätte man schon wesentlich früher diese Aktion starten sollen, dann wäre den Tunnelfreunden recht schnell der Wind aus den Segeln genommen worden und man hätte sich diesen völlig unnötigen Bürgerentscheid gespart!

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Offener Brief

Bürgerinitiative Mobilitätsdrehscheibe Augsburg Herrenbachstrasse 24a, 86161 Augsburg

Offener Brief an alle Stadträte und Bürgermeister der Stadt Augsburg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren des Augsburger Stadtrates.

Die Mobilitätsdrehscheibe ist ein außergewöhnlich wichtiges Projekt für Augsburg. Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Diskussionen um einzelne Projekte der MDA, speziell der Umbau des Königsplatzes hat bereits in 2007 zu einem Bürgerbegehren mit anschließendem Bürgerentscheid geführt. Wir haben damals durch ein weiteres Bürgerbegehren versucht, das Ergebnis dieses Bürgerentscheides zu kippen. Der Faktor Zeit hat uns aber dazu bewogen, das Bürgerbegehren einzustellen, da sonst unserer Meinung nach die totale Konfussion entstanden wäre. Dies wiederum hätte zu weiteren Verzögerungen bei der Umsetzung der MDA geführt, was nicht in unserem Interesse lag.

Inzwischen haben wir das Ergebnis des Ideenwettbewerbes vorliegen, welcher einen autofreien Königsplatz vorsieht. Im vergangenen Jahr wurde von Herrn Merkle ein Plan erarbeitet, der in den letzten Monaten für sehr viel Diskussionen innerhalb der Bürgerschaft geführt hat. Inzwischen läuft sogar ein Bürgerbegehren für einen Tunnel unter dem Königsplatz, um dem MIV freie Fahrt zu verschaffen. Dieser Tunnel ist ein weiterer Kostenfaktor, zusätzlich würde er das Projekt MDA und hier den dringend notwendigen Umbau des Königsplatzes um weitere Jahre verschieben!

Erlauben Sie uns daher eine grundsätzliche Frage an Sie als Entscheidungsträger der Stadt Augsburg zu stellen:

Ist es erklärtes Ziel der Augsburger Verkehrspolitik, unnötigen Durchgangsverkehr in der Innenstadt zu unterbinden, Zielverkehr dorthin aber zu ermöglichen?

Zumindest Berichte in der Presse haben diesen Eindruck von solchen Absichten des Stadtrates vermittelt. Eine solche Absicht findet auch unsere Unterstützung, allerdings sind unserer Meinung nach die Pläne von Herrn Merkle in dieser Hinsicht nicht zielführend. Wir haben uns deshalb Gedanken darüber gemacht, welche Möglichkeiten es gibt, den unnötigen Durchgangsverkehr zu erschweren, aber gleichzeitig den Zielverkehr nicht zu behindern. Diese Gedanken wollen wir Ihnen nachfolgend aufzeigen. Zielverkehr in die Innenstadt umfasst unserer Ansicht nach das Gebiet zwischen Theodor-Heuss-Platz und Stadttheater in Süd-Nord-Richtung, und zwischen Graben und Hauptbahnhof in Ost-West-Richtung. Ausgehend von diesem Zielgebiet schlagen wir eine einfache – und wie wir meinen – akzeptable Lösung vor:

Verkehrsführung auf der Konrad-Adenauer-Allee wie bisher, ab Einmündung Hallstraße erfolgt die einspurige Führung hinüber auf die Schießgrabenstraße. Die Schießgrabenstraße selbst soll nicht mehr als Einbahnstraße geführt werden, sondern künftig in beide Richtungen befahrbar sein. Die Schaezlerstraße sollte ab der Kaiserhofkreuzung künftig Einbahnstraße in Süd-Nord-Richtung werden, und zwar bis zum Alten Einlass. Aus Richtung Klinkerberg sollte die Schaezlerstraße unverändert in Einbahnrichtung ebenfalls bis zum Alten Einlass geführt werden. Die kurze Holbeinstraße sollte künftig in umgekehrter Richtung – also West-Ost-Richtung – Einbahnstraße werden Die Fuggerstraße sollte so gestaltet werden, dass künftig am Stadttheater nur noch nach rechts in die Grottenau abgebogen werden kann.

Die genannte Verkehrsführung bietet ohne große Umbauten die Gewähr, dass die Geschäfte im angezeigten Bereich jederzeit durch den Zielverkehr erreicht werden können, während die Verkehre in andere Stadtteile oder Orte nur durch große Umwegfahrten die Innenstadt passieren können. Auch sind alle Parkhäuser in der Innenstadt bei diesem Konzept problemlos erreichbar.

Verkehre aus Richtung Haunstetten und Hochzoll können entweder über Remboldstraße – Forsterstraße – Graben – Leonhardsberg das Stadtzentrum erreichen, oder über die Konrad-Adenauer-Allee – Schaezlerstraße – (Holbeinstraße) – Karlstraße ans Ziel kommen. Letztere Variante bietet auch die Möglichkeit, ohne große Umwege den Hauptbahnhof zu erreichen.

Verkehre aus dem Norden der Stadt haben ebenfalls die Möglichkeit, alle Ziele in der Innenstadt zu erreichen, ohne große Umwege in Kauf nehmen zu müssen. Sowohl Hauptbahnhof wie auch alle Parkhäuser sind problemlos anzufahren. Das Straßenstück zwischen Halderstraße und der Einmündung Hallstraße sollte gegenläufig sein, damit Verkehre vom Hauptbahnhof in Richtung Haunstetten oder Hochzoll in die Schieß-grabenstraße gelangen können. Schleichverkehr im Beethovenviertel wird damit unnötig gemacht. Die Fuggerstraße sollte vom Alten Einlass her wie heute als Einbahnstraße zum Königsplatz geführt werden. Aus der Holbeinstraße sollte eine Querung der Fuggerstraße auf deren Ostseite möglich sein, um den Stadtmarkt und das Parkhaus am Ernst-Reuter-Platz ohne Umwege zu erreichen. Vom Königsplatz her kann die Fuggerstraße auf eine Fahrspur reduziert werden, um den im Ideenwettbewerb angedachten Boulevard realisieren zu können. Am Stadttheater sollte nur noch das Rechtsabbiegen zur Grottenau möglich sein, die Fahrspuren Richtung Volkartstraße sollten aufgelassen werden. Dadurch wäre auch ein großzügiger Platz vor dem Stadttheater möglich, welcher gleichzeitig einen guten Abschluß des Boulevards bilden würde.

Wir maßen uns nicht an, diese Lösung als die optimalste zu bezeichnen, sie wurde auch nicht von Bürgern entwickelt, deren Beruf die Verkehrsplanung ist. Es ist die Summe einfacher Erfahrungen im Alltag in diesem Bereich unserer Heimatstadt. Fast alle betroffenen Straßen würden hier wie bisher befahren werden können, lediglich ein kurzes Teilstück an der Südseite des Königsplatzes erhielte eine veränderte Verkehrsführung, ebenso der Teilbereich der Schaezlerstraße zwischen Königsplatz und Prinzregentenstraße. Ebenfalls geändert würde die Verkehrsführung der Holbeinstraße zwischen Schaezlerstraße und Fuggerstraße. Alle anderen Straßen im dargelegten Bereich würden unverändert in ihrer Verkehrsführung bleiben.

Der Zielverkehr käme bei dieser Variante ohne große Umwege zu seinem jeweiligen Bestimmungsort, für den Durchgangsverkehr wird die Benutzung der Nord-Süd-Achse uninteressant, da hier dann große Umwegfahrten notwendig werden. Es ist anzunehmen, dass in relativ kurzer Zeit die heute schon vorhandenen Alternativstrecken für Fahrten benutzt werden, deren Ziel nicht die Innenstadt von Augsburg ist.

Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit, und wir hoffen, dass Sie die beste und richtige Entscheidung am 10. Juni 2010 treffen. Die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs sollte auch in Zeiten leerer Gemeindekassen nicht aus den Augen verloren werden. Königsplatz und Hauptbahnhof werden täglich von tausenden Bürgern frequentiert, treffen Sie bitte über Parteigrenzen hinweg zukunftsweisende Entscheidungen für uns Nutzer des ÖPNV.

Augsburg am 31.05.10

Im Namen der Bürgerinitiative Mobilitätsdrehscheibe

Walter König und Heinz Landherr

Zur Veranschaulichung unseres Vorschlags fügen wir diese Skizze anbei.

Skizze
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